Warum hat mein Kind AD(H)S ?
Die Ursachen von ADHS sind noch nicht vollständig geklärt.
Forscher gehen davon aus, dass eine Vielzahl einzelner genetischer Einflussfaktoren mit anderen Einflussfaktoren, z.B. mit Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen oder auch Umweltfaktoren zusammenwirken und es so zu Entwicklungs-abweichungen von Regelkreisen im Gehirn kommt.
Die betreffenden Regelkreise sind aber wesentlich daran beteiligt, das Zusammenwirken von Motivation, Emotion, Kognition und Bewegung zu steuern.
Aufgrund der Störung sind die Betroffenen nur eingeschränkt in der Lage, ihre Aufmerksamkeit auf eine Sache zu konzentrieren. Gleichzeitig ist der Zugriff auf vorhandene Fähigkeiten und Informationen eingeschränkt, so dass die Handlungsplanung erschwert wird.

Ursachen - Bündel der AD(H)S:
AD(H)S-Ursache Genetik
Eine genetische Veranlagung führt zu dieser neurobiologischen Störung, denn 10 bis 15% der nächsten Familienangehörigen von Kindern mit ADHS sind ebenfalls betroffen.
Zwillingsstudien zeigen, dass gut 80% der Eineiigen und knapp 30% der Zweieiigen die gleiche Symptomatik aufweisen.
Mehrere veränderte Gene (polygener Erbgang), die alleine kaum Störungen bewirken, sind aber im Zusammenspiel ursächlich für die fehlerhafte Informa-tionsübertragung im Gehirn verantwortlich.
Das erklärt auch das breite Spektrum möglicher Begleitstörungen wie Lerndefizite oder emotionale Störungen.
AD(H)S-Ursache Psychosoziales
Ungünstige soziale Verhältnisse lösen eine AD(H)S nicht aus, können die betroffenen Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung jedoch zusätzlich belasten und sich auf die Entwicklung von begleitenden Störungen (z.B. Aggressivität, Angst) negativ auswirken.
Solche Verhältnisse können z.B. sein:
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häufig wechselnde Beziehungen der Eltern
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Unverständnis im sozialen Nahbereich (z.B. Schule)
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unregelmäßiger Tagesablauf ohne Konstanten
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belastende Ereignisse im Leben (z.B. Entfallen einer wichtigen Bezugsperson, psychische Krankheit eines Elternteils)
AD(H)S-Ursache heutige Lebenswelt
Fachleute haben herausgefunden, dass unsere heutigen Lebensumstände eine Prädisposition zu AD(H)S beeinflussen können.
Viele Kinder bewegen sich deutlich weniger als früher und verbringen einen großen Teil ihrer Freizeit in Innenräumen oder vor Bildschirmen.
Gleichzeitig bleibt im Alltag oft wenig Raum, Bewegungsdrang, Neugier und Entdeckerfreude auszuleben.
Hinzu kommt, dass große Gruppen in Kindergärten und Schulen eine individuelle Begleitung erschweren. Kinder, die mehr Struktur, Bewegung oder persönliche Unterstützung benötigen, erhalten diese im Alltag deshalb nicht immer in ausreichendem Maß. Dies kann bestehende Schwierigkeiten zusätzlich verstärken.
AD(H)S und Talente
Auch wenn jeder Mensch natürlich unterschiedlich ist und auch nicht alle Menschen mit ADHS gleich sind, so steht doch fest, dass gerade Menschen mit ADHS häufig besondere Stärken haben bzw. in bestimmten Berufen zu finden sind.
Menschen mit ADHS...
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…sind häufig anders denkend und erfinderisch
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…sind oft unkonventionelle, mutige und streiterfahrene Weltverbesserer
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…arbeiten sehr hartnäckig an einer Sache, wenn sie dafür brennen
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…haben meist eine besonders genaue Wahrnehmung
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…sind oft besonders kreativ und intuitiv
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…werden häufig Literaten oder Künstler

